Dipl.-Ing. Roger Steen

IT Consulting, Softwareentwicklung, Business Coaching und Fotografie


ASTRO-FOTOGRAFIE
Sonne, Mond, Planeten, Kometen, Milchstraße, Deep Sky und Nordlichter

Inhaltsverzeichnis

  • Astro-Fotografie ohne Teleskop?
    • Astro-Fotografie ohne Teleskop?
    • Wie es begann
    • Wie es weiter geht
    • Interviews und Presse
    • Best of 2020
    • Best of 2019
  • Meine Ausrüstung
    • Kamera und Objektive
    • Fotografieren ohne Nachführung
    • Fotografieren mit Nodalpunktadapter
    • Fotografieren mit Nachführung
    • Nachführung - wie ich sie aktuell nutze
    • Einfacher und schneller einnorden
    • Fokussierhilfen
      • Mit Schlitz-Maske
      • Mit Bahtinov-Maske und Mikrofokussierung
    • Transportkoffer
    • Star-Spikes erzeugen
    • Sonnenfilter
    • Himmelsnavigation / Star-Hopping
    • Einzelteile mit Amazon-Link
  • Mond, Sonne, Planeten, Kometen, Milchstraße, Nordlichter und Deep Sky
    • Wolken und Astrofotografie
    • Der Mond
    • Die Sonne
    • Die Planeten
      • Der Jupiter und seine Monde
      • Das Saturn-Jupiter-Mond-Dreieck
      • Saturn und Jupiter am sommerlichen Himmel
      • Die Venus
      • Die Venus in den Plejaden (Siebengestirn)
      • Der Mars in den Plejaden (Siebengestirn)
    • Die Kometen
      • Der Komet C/2020 F3 (Neowise)
      • Der Komet C/2020 M3 (Atlas)
    • Die Sternschnuppen
      • Die Perseiden
    • Der Sternenhimmel
    • Magie am Abendhimmel über Buxtehude
    • Die Milchstraße
      • Tipps zum Fotografieren der Milchstraße
    • Die Nordlichter
    • Deep Sky - Galaxien, Sternhaufen und Nebel
      • Nordamerika-Nebel
      • Nebel im Sternbild Orion
      • Galaxien im Sternbild Großer Bär
      • Nebel im Sternbild Fuhrmann
      • Andromeda-Galaxie
      • Plejaden (Siebengestirn)
      • Cirrusnebel (Schleier-Nebel)
    • Leuchtende Nachtwolken (NLC)
    • Schattenwürfe auf oder von den Wolken
      • Schattenwurf eines Kondensstreifens
      • Krepuskularstrahlen, Wolkenschatten
    • Sternbilder und andere spannende Objekte zum Fotografieren
  • Software zur Bildbearbeitung
    • Für Mond-Bilder
      • Schnelleinstieg mit PIPP, Autostakkert und Astra Image
    • Für Milchstraßen- und Deep-Sky-Bilder
      • Schnelleinstieg mit Sequator
    • Planetarien für den Rechner
    • Planetarien für das Smartphone
    • Erweiterungen für Adobe Photoshop
    • Anleitungen
    • Hilfreiche Apps für das Smartphone
  • Weitere Links und Buchempfehlungen

 

HINWEISE

Die Bilder zum Vergrößern bitte anklicken.

Dieser Artikel beschreibt meinen Weg zur Astro-Fotografie und wird kontinuierlich weitergeschrieben - aktueller Stand vom 24.07.2021

 

Foto-Kalender

Die Ergebnisse meiner Astrofotografie habe ich in einer Kalender-Sonderedition als Monatsplaner mit beschreibbarem Kalendarium, als Monatskalender und als Posterkalender ohne Kalendarium zusammengestellt.
Mehr erfahren...

Meine Ausrüstung

Kamera und Objektive

Ich nutze eine Nikon D750 und eine Nikon D780 mit verschiedenen Objektiven sowie ein stabiles Stativ.
Ich verzichte komplett auf die automatischen Einstellungen der Kamera: ISO, Weißabgleich auf 3850K, Blende und Belichtung sowie der Fokus werden manuell eingestellt. Der Bildstabilisator muss deaktiviert werden. Die Fotos werden nur im RAW-Format gespeichert.

Für den Mond verwende ich ein AF-S NIKKOR 70-300mm 4.5-5.6 oder ein PRAKTICAR 500mm 5.6 mit oder ohne 2fach Telekonverter. Für die Milchstraße nutze ich ein Weitwinkel Samyang 2.8/14mm und für Deep Sky Objekte ein Samyang 2.0/135mm, ein AF-S NIKKOR 85mm 1:1.8G oder ein AF-S VR NIKKOR 70-200mm 1:2.8G.

Ab und zu verwende ich auch ein Spiegelobjektiv SOLIGOR MIRROR LENS 500mm 8.8 mit oder ohne 2fach Telekonverter.

Fotografieren ohne Nachführung

Wenn ich Weitwinkelaufnahmen der Milchstraße mit meinem Samyang 2.8/14mm mache, dann arbeite ich in der Regel ohne Nachführung und habe auf dem Stativ einen Getriebeneiger anstelle des normalen Stativ-Kugelkopfes montiert. Auf dem Getriebeneiger ist eine Andoer DM-55 Klemme aufgeschraubt, damit ich die Kamera direkt mit der montierten L-Schine befestigen kann.

Fotografieren mit Nodalpunktadapter

Für die Erstellung von Panoramen aus Einzelbildern von der Milchstraße mit dem Samyang 2.8/14mm kann man einen Nodalpunktadapter einsetzen. Der hier gezeigte Nodalpunktadapter ermöglicht die Drehung der Kamera um den relevanten Drehpunkt.

Als Nodalpunkte eines abbildenden optischen Systems bezeichnet man die Punkte auf der optischen Achse, auf die die Lichtstrahlen, die im gleichen Winkel zur optischen Achse in das System eintreten, wie sie es auch wieder verlassen, scheinbar zulaufen (vorderer Nodalpunkt) bzw. von dem sie scheinbar ausgehen (hinterer Nodalpunkt).
Der für die Panoramafotografie relevante Drehpunkt fällt normalerweise nicht mit einem Nodalpunkt zusammen, sondern mit der Position der Eintrittspupille eines Objektivs.
Der Nodalpunktadapter wird also so eingestellt, dass die Drehachse mit einem Durchmesser der Eintrittspupille zusammenfällt - also nicht mit einem der Nodalpunkte und auch nicht mit der Bildebene.
Ich habe für meine verwendeten Objektive die Verschiebung eines nahen zu einem entfernten Objekt bei Drehung der Kamera minimiert und mir die Einstellungen am Nodalpunktadapter notiert. Danach positioniere ich Kamera mit Objektive immer gleich.

Anstelle der mitgelieferten Arca-Swiss-Klemme für die Befestigung der Kamera am Nodalpunktadapter verwende ich eine MENGS DDC-50 Doppel Kamera Klemme. Damit kann die Kamera mit montierter L-Schiene direkt befestigt werden. Auf dem vierten Bild sieht man den Unterschied zwischen beiden Klemmen.

Fotografieren mit Nachführung

Seit Sommer 2019 besitze ich eine Nachführung, um längere Belichtungszeiten möglich zu machen und so das eine oder andere Deep Sky Objekte zu fotografieren.

Ich habe mich für die Skywatcher Montierung Star Adventurer entschieden, weil sie als Reisemontierung genutzt werden kann und das Aufsetzen eines Winkelsuchers ermöglicht. So muss ich beim Blick durch den Polsucher zum Einnorden keine Verrenkungen machen.

An die Polsucherbeleuchtung habe ich ein Sicherungsband montiert, da sie doch recht lose auf der Schwalbenschwanz-L-Halterung sitzt. Sie ist mir einmal vom Balkon gefallen, also musste eine Lösung gefunden werden.

Die Skywatcher Montierung Star Adventurer und einiges Zubehör habe ich bei Astroshop.de bestellt.

Bei Globetrotter Ausrüstung GmbH

Bei Amazon (alle Produkt-Links am Ende dieser Seite)

  • Fresh ´n Rebel Powerbank 12000 mAh für das Heizband
  • Rollei Kabelfernauslöser für Nikon oder alternativ
    Pixel Wireless Timer Remote Control TW-283 für Nikon

Aus persönlichen Erfahrungen würde ich immer einen Funk-Fernauslöser bevorzugen und auch jedem empfehlen.

Bei sternenhimmel-fotografieren.de gibt es einen sehr ausführlichen Bericht zum Skywatcher Star Adventurer und viele hilfreiche Informationen zur Astro-Fotografie. Unbedingt mal vorbeischauen.

Hier gibt es zwei Tutorials zur Skywatcher Montierung Star Adventurer

Anmerkung

Den Omegon Stativ-Kugelkopf Pro OM10 habe ich umgebaut, da er leider keine Arca-Swiss kompatible Wechselplatte hat.

Die Andoer® DM-55 Klemme bekommt man bei Amazon und die Senkkopfschraube M6x20 mit ISK 4 in jedem Baumarkt.

Nachführung - wie ich sie aktuell nutze

Es ist Herbst 2020 und ich nutze seit über einem Jahr die Skywatcher Montierung Star Adventurer. Ich habe im Laufe des Jahres viel ausprobiert und die eine oder andere Verbesserung für mich vorgenommen.

Ich verwende keinen Kugelkopf mehr, sondern verwende die Schwalbenschwanz L-Halterung mit dem 360°-Rotations-Aufsatz. Da an meiner Nikon D750 eine Arca-Swiss kompatible L-Schiene MENGS D750 montiert ist, ist die Schwalbenschwanz L-Halterung des Star Adventurers um eine Andoer® DM-55 Klemme erweitert worden.
Den Empfänger der Funk-Fernbedienung habe ich mit der Arca Klemme für Fotozubehör an der L-Schiene der Kamera befestigt.
Im Blitzschuh der Kamera ist ein Omegon Leuchtpunktsucher montiert, der das Auffinden der Sterne erheblich erleichtert. Ich habe durch den Leuchtpunktsucher ein Blickfeld von ±10°. Ich nutze ihn wie folgt: Ich schaue mit einem Auge durch den Leuchtpunktsucher und mit dem anderen Auge direkt in den Himmel. So kann ich eigentlich jedes Ziel anfahren.

Mein Samyang 2.0/135mm habe ich um einen Stativ-Halterungsring versehen. Es passte der für den Sigma APO 70 - 200 mm und hat einem Innendurchmesser von 71 mm. Das Samyang benötigt einen Halterungsring mit einem Durchmesser von 70 mm. Die Differenz von 1 mm gleiche ich mit einer zusätzlichen Lage Filz (Dicke 0,75 mm) aus, das ich mit Doppelklebeband in den Halterungsring eingeklebt habe. Man bekommt den Filz als DIN A4 große Platten in jedem Bastelgeschäft.

Einfacher und schneller einnorden

Da das Blickfeld beim Polsucher des Star Adventurer nur sehr eingeschränkt ist und ich immer mal wieder Probleme hatte, Polaris schnell und sicher zu finden, habe ich mir überlegt, meinen Leuchtpunktsucher als Einnordungshilfe zu nutzen. Dazu habe ich den Kugelkopf-Adapter mit einer Arca Swiss Klemme erweitert.

Zum Einnorden montiere ich die Polhöhenwiege auf mein Stativ, stelle die Polhöhe ungefähr mit der Skala ein und drehe das Stativ in Richtung Polaris. Dann setze ich den umgebauten Kugelkopf-Adapter auf die Polhöhenwiege und nutze die Kamera mit dem Leuchtpunktsucher, um auf Polaris auszurichten.
Wenn ich nur durch den Leuchtpunktsucher blicke, dann habe ich ein Blickfeld von ca. ±10°. Einfacher geht es, wenn ich mit einem Auge durch den Leuchtpunktsucher und mit dem anderen Auge direkt in den Himmel schaue. So kann ich sicher nach Polaris ausrichten.
Ist das geschehen, dann entferne ich die Kamera und den Kugelkopf-Adapter und montiere die Nachführung. Jetzt habe ich Polaris mittig im Polsucher und kann mit dem genauen Einnorden fortfahren.
Dazu verwende ich die App PolarisView. Sie zeigt mir in Abhängigkeit von Datum, Uhrzeit und Ort die Position von Polaris auf der Skala im Polsucher an: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.watware.www.polarisview

Ich hätte auch den Leuchtpunktsucher direkt mit dem Kugelkopf-Adapter verbinden können, hätte dann aber den Leuchtpunktsucher nach dem Einnorden wieder auf den Blitzschuh der Kamera montieren müssen. Solche Umbauaktionen wollte ich in der Dunkelheit vermeiden.

Anmerkung

Der Leuchtpunktsucher auf der Kamera ist justiert, so das sich ein Objekt mittig im Kameradisplay und der rote Leuchtpunkt decken.
Die Acra-Swiss Klemme auf dem Kugelkopf Adapter musste ganz leicht geneigt werden, damit sich ein Objekt, das sich mittig im Polsucher der Nachführung befindet und der rote Leuchtpunkt decken. Mit unterschiedlich dicken Unterlegscheiben zwischen Acra-Swiss Klemme und Kugelkopf Adapter bekommt man das hin. Ich habe etwas rumprobiert und immer wieder zwischen der Nachführung und dem Kugelkopf Adapter + Kamera + Leuchtpunktsucher auf der Polhöhenwiege gewechselt.
Es muss nicht perfekt sein, da das genaue Einnorden mit dem Polsucher der Nachführung erfolgt.

Fokussierhilfen

Eine Fokussierhilfe wird für die Astrofotografie benötigt, da es hier auf höchste Genauigkeit bei der Einstellung des Fokus ankommt.

Die Bahtinov-Maske ist eine Scharfstell-Hilfe für Amateurteleskope, ähnlich der Scheinerblende. Sie wird vor das vorderste optische Element gelegt und erzeugt ein strahlenförmiges Muster im Blickfeld des Betrachters.

Mit Schlitz-Maske

Ich verwende eine Schlitz-Maske, die von Manfred Mrotzek aus Buxtehude entwickelt wurde. Seine Weiterentwicklung ist eine modifizierte Scheinerscheibe, bei der im ersten Schritt die runden Löcher zu einem waagerechten und senkrechten Balken wurden. Manfred hat versucht, experimentell eine Schlitzgeometrie zu finden, mit der einfacher zu erkennen ist, wann sich der senkrechte Schlitz genau in der Mitte des waagerechten befindet. Dazu hat er die Geometrie der Schlitze systematisch verändert. Sein Ziel war, das sich im Fokus ein senkrechter Strich mit einem X exakt in dessen Kreuzungspunkt schneidet.

Ich habe meine Fokussierhilfe aus festem Karton gebaut und sie passt sowohl auf die Sonnenblenden meines Samyang 2.0/135mm / AF-S NIKKOR 85mm 1:1.8G und kann in die Sonnenblende meines AF-S VR NIKKOR 70-200mm 1:2.8G gesteckt werden.

Mit einem CAD-Programm habe ich mir eine Vorlage konstruiert, die ich dann auf festem Karton ausdrucke, ausschneide und zu einem Aufsatz verklebe. Hier die Fokussierhilfe_Samyang_135mm.pdf zum Download. Einfach 1:1 ausdrucken und dann basteln.

So sieht das Fokussieren mit einem hellen und leuchtstarken Stern im Liveview der Kamera aus:

Das mittlere Bild ist im Fokus: Der senkrechte Strich schneidet sich exakt in dem Kreuzungspunkt des X.

Mit Bahtinov-Maske und Mikrofokussierung

In einem Gespräch zum Thema Fokussieren mit Kamera-Objektiven hat mir ein befreundeter Astro-Fotograf von der Gesellschaft für volkstümliche Astronomie (GvA-Hamburg e.V.) empfohlen, anstelle der Schlitz-Maske eine Bahtinov-Maske und eine Mikrofokussierung für mein Samyang 2.0/135mm einzusetzen. Dann könnte ich es sogar mit Offenblende nutzen - das A und O sei das richtige Fokussieren, so seine Aussage. OK, das werde ich ausprobieren.

Ich habe mir die Teile bei Telekope-Express

bestellt.

Ich habe mich für die TSBahtinov65 (bessere wäre TSBahtinov85 gewesen, die ist/war aber für längere Zeit nicht lieferbar) sowie für das TelefokV und das TeleFokus75 entschieden. Ich wollte beide Mikrofokussierungen ausprobieren. Die Teile passen für mein Samyang 2.0/135mm.

Es ist sehr schwer mit dem Fokusring am Objektiv im Unendlichkeitsbereich scharf zu stellen, weil man händisch gar nicht diese kleinen Änderungen in der Drehung hinbekommt.

Eine auf das Objektiv aufgesetzte Mikrofokussierung löst dieses Problem auf einfache und effektive Art. Eine komplette Umdrehung der Rändelschraube verstellt den Rändelring am Objektiv um 1 Millimeter. Wenn man die Rändelschraube um 5° verdreht, verstellt man den Rändelring am Objektiv um nur 0,013 mm!

Samyang 2.0/135mm mit montiertem TeleFokus75

Die zweite Lösung der Mikrofokussierung: das TelefokV

Und das ganz in Verbindung mit einer Bahtinov-Maske oder einer modifizierten Schlitz-Maske macht es recht einfach, den Fokus zu finden. Der Vorteil der Bahtinov-Maske ist, dass sie mehr Licht durchlässt als die modifizierte Schlitz-Maske.

Von der Handhabung bevorzuge ich aber meine Bastellösung = eine modifizierte Schlitz-Maske.

Diese Masken nutzen das physikalische Prinzip der Beugung einer punktförmigen Lichtquelle = Stern am Spalt. Bei der Bahtinov-Maske wird der mittlere Strich mittig zwischen die beiden anderen geschoben, bei der modifizierten Schlitz-Maske der Querstrich mittig ins Kreuz. Das macht man im Liveview der Kamera und mit zusätzlichen Kontrollaufnahmen.

Auf dem Blitzschuh der Kamera sitzt ein Leuchtpunktsucher, der einen roten oder grünen Leuchtpunkt projiziert und damit kann ich erkennen, wohin der Mittelpunkt des Bildfeldes der Kamera zeigt. Dabei schaue ich durch und an dem Leuchtpunktsucher vorbei auf den Himmel und sehe dann einen Leuchtpunkt am Himmel schweben. Laserpointer sind in Deutschland ja verboten. Von daher ist es so eine einfache Möglichkeit, die Kamera schnell und sicher auszurichten.

Seitlich an der Kamera sitzt der Funkempfänger für den Funkfernauslöser. Kabelgebundene Auslöser verwende ich seit Frühjahr 2020 nicht mehr. Ich hatte Kamera und Objektiv mit einem kabelgebundenen Auslöser heruntergerissen.

Transportkoffer

Für meine Urlaubsreisen mit dem Auto habe ich mir jetzt einen AluPlus Koffer von www.allit24.com aus dem Baumarkt besorgt

AluPlus Protect C 60
Art-Nr. 425820
Innenmaß 56,5 cm x 30,5 cm x 12,5 cm

Es passt alles rein

  • Skywatcher Montierung Star Adventurer
    mit Winkeleinblick für Polsucher, Polsucherbeleuchtung und zusätzlichem Stativ-Kugelkopf
  • Nikon D750 mit aufgesetztem Leuchtpunktsucher, L-Schiene und Funkfernbedienung
  • Samyang 135 mm mit angebauter Micro-Fokussierung
  • Samyang 14 mm
  • 500 mm Spiegel-Tele
  • Schlitz-Maske und Bahtinov-Maske zum Scharfstellen
  • Stirnlampe mit Rot- und Weiß-Licht

Ein 2-fach Telekonverter, eine Objektivheizung und eine Powerbank würden auch noch reinpassen.

Zum besseren Schutz könnte ich die Objektive auch noch mit Noppenfolie umwickeln oder in passende Objektivbeutel tun.

Auf Flugreisen nutze ich zum Transport in der Regel einen oder zwei Fotorucksäcke und die unempfindlichen Teile und das Stativ kommen einfach in die Koffer.

Eine alternative Lösung wären die Koffer der Firma safetyBag aus Lüneburg. Mir ist die Outdoor Line empfohlen worden.

Star-Spikes erzeugen

Die Spikes an den Sterne kann man nachträglich mit Photoshop erzeugt. Aber es geht auch anders und funktioniert mit hellen Sternen, wie die letzten beiden Bilder zeigen. Es ist noch nicht perfekt, aber es geht in die richtige Richtung.

Bild 1: Vega - normale Einzelaufnahme mit leichtem Blendenstern mit 200 mm und f4.8
Bild 2: Vega - mit einem speziellen Aufsatz auf der Optik
Bild 3: Mars - mit einem speziellen Aufsatz auf der Optik

Bei einem Newton Teleskope ist der Fangspiegel mit dünnen Fangspiegelstreben vorne im Tubus befestigt. Und auch dort gibt es diese Effekte zu beobachten. Ich habe mir jetzt Aufsatz für mein Samyang 135mm und mein Nikon 70-200mm aus festem Karton und Silberdraht gebaut. Und die gekreuzten Drähte erzeugen genau die Spikes bei den hell leuchtenden Sternen.

Hier gibt es ein Tutorial, wie man BLENDENSTERNE blitzschnell in Photoshop erstellt.
Ansonsten gibt es zwei Plugins für Photoshop:

Sonnenfilter

Für die Sonnenfotografie nutze ich mein PRAKTICAR 500mm 5.6 mit einem 2fach Telekonverter und einem Baader AstroSolar Spektiv Sonnenfilter. Die Skywatcher Polhöhenwiege des Star Adventurers nutze ich zur Montage des Teleobjektives und zur einfacheren Ausrichtung.

Stellarium liefert mir für die Sonne die Elevation (den Höhenwinkel) bezogen auf meinen aktuellen Standort. Den Winkel stelle ich dann an der Polhöhenwiege ein und es wird einfacher, die Sonne mit dem aufgesetzten Sonnenfilter zu finden. Alternativ zur Polhöhenwiege kann auch ein Getriebe-Neiger verwendet werden.

Den Baader AstroSolar Spektiv Sonnenfilter habe ich bei Astroshop.de bestellt.

Himmelsnavigation / Star-Hopping

Wenn man eine Galaxie wie z. B. die Pinwheel Galaxy fotografieren möchte, dann benötigt man Objektive mit großer Brennweite an der Kamera. Da die Galaxien nicht sichtbar sind, wird es schwierig, sie zu finden und die Kamera richtig auszurichten.

Kleine Galaxien über bekannte Sterne ansteuern
Mit einem Getriebe-Neiger geht es recht einfach. Der Getriebe-Neiger übernimmt die Funktion des Kugelkopfes zur Kameraausrichtung. Nach dem Einnorden der Montierung wird dann über den Getriebe-Neiger die Kamera auf einen Stern in der Nähe der Galaxie positioniert, so dass der Stern in die Bildmitte ist. Über die Rektaszension und die Deklination (liefert Stellarium für das Datum) kann man dann die Differenz zwischen dem Stern und der Galaxie berechnen. Um diese Differenz muss dann die Ausrichtung der Kamera mit Hilfe des Getriebe-Neigers verstellt werden. Das Ganze funktioniert relativ zur aktuellen Ausrichtung der Kamera, sofern sie mit dem Getriebe-Neiger positioniert wurde.

So sieht meine Nachführung mit dem Getriebe-Neiger aus

Hier ein Artikel zur Paralaktischen Montierung und zur weiteren Erklärung der Begriffe.

Beispiel: Pinwheel-Galaxy


Screenshot aus Stellarium

Über den Stern Alkaid, der zum Sternbild Großer Bär gehört und sehr einfach am Himmel zu finden ist, kann die Pinwheel-Galaxy relativ zum Stern gefunden werden.

Dazu bestimmt man mit Hilfe von Stellarium für einen Ort und ein Datum (Buxtehude, 22.04.2020) die Rektaszension und die Deklination für zwei Sterne und für die Galaxie. Ich habe mir eine Excel-Tabelle erstellt, in der ich die Werte eintrage und die dann alle Umrechnungen für mich macht.

Für die Umrechnung der Rektaszension von Stunden in Grad gilt 1h = 15°.

Um die Kamera auf den Stern Alkaid auszurichten, wird zuerst die Nachführung eingenordet, dann ein Zoom-Objektiv verwende und am Getriebe-Neiger die Deklinationsachse auf 49° voreingestellt. Jetzt die Rektaszensionachse (Polachse) am Getriebe-Neiger drehen, bis der Stern im Bildmittelpunkt ist, dazu eventuell die Deklinationsachse nachjustieren. Über den Getriebe-Neiger kann die Kamera auch noch gekippt werden, um die Lage des Bildausschnitts zu wählen. Das Zoom-Objektiv hilft, einerseits den Überblick zu behalten und andererseits genau auf den Stern zu positionieren.

Wenn sich der Stern Alkaid im Bildmittelpunkt befindet, dann muss die Kamera über einen Getriebe-Neiger in der Rektaszensionachse (Polachse) um 5,90° und in der Deklinationachse um -5,61° bewegt werden. Danach zeigt der Bildmittelpunk auf den Stern Mizar. Wenn das funktioniert hat, dann wieder den Bildmittelpunkt auf Stern Alkaid zurückstellen und das finale Objektiv montieren. Jetzt kann der Stern Alkaid zum Scharfstellen genutzt werden. Um zur Pinwheel Galaxy zu schwenken, muss die Kamera über einen Getriebe-Neiger in der Rektaszensionachse (Polachse) um -3,90° und in der Deklinationachse um -5,04° bewegt werden.

Beim Getriebe-Neiger ist angegeben, welchen Winkel eine volle Umdrehung der Stellräder entspricht. Man muss nur in die richtige Richtung drehen und mitzählen. Beim Manfrotto MA410 ist der Rotationsgrad der Stellräder bei einer vollen Drehung = 7.2°, bei einer 1/4-Drehung= 1,8°.

Beispiele für Getriebe-Neiger

JUNIOR Geared Head
BENRO GD3WH Präzisions Getriebeneiger
BENRO Rotula GD3WH Precision MICROMILMETRICA

Alternativ zu einem Getriebe-Neiger kann der Baader Stronghold Tangential Neiger genutzt werden. Er hat einen Verstellbereich von +/- 23° (Azimut) und +/- 35° (Elevation) und kann bei Astroshop.de bestellt werden.

Weiter lesen

 

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